--- Die etwas andere Jugendverkehrsschule ---

Mit neuen Ideen ins 21. Jahrhundert

Kreisfachberater Klaus Linstädt und die beiden Verkehrslehrer Dieter Billick und Walter Wassipaul versuchen die Jugendverkehrsschule attraktiver zu gestalten.
Als erstes gab man den Straßen der stationären Jugendverkehrsschule Namen. Damit können sich die radfahrenden Schüler und Schülerinnen besser orientieren. Da gibt es beispielsweise eine Sesamstraße oder ein Dienstweg.
Die Unterrichtsmedien wurden überdacht und die begleitende Lehrerschaft in das Unterrichtsgeschehen in der Jugendverkehrsschule mit eingebunden.
Neben den bekannten fahrpraktischen Übungseinheiten aus der Broschüre "Die Fahrradausbildung" der Deutschen Verkehrswacht, werden zu jeder Übungseinheit Themen "Rund ums Fahrrad" vorgeschlagen, die von den begleitenden Lehrkräften behandelt werden sollen.

Zur 1. Übungseinheit werden die Schüler und Schülerinnen über den Sinn des Tragens von Fahrradhelmen belehrt. Videofilme: "Mit Helm ist doch klar" und "Headcrash" sowie Lektüre, verunfallte, gebrauchte Helme und Minihelm mit Ei stehen zur Ansicht und Demonstration bereit. Ebenmso eine Demonstration der verschiedenen Beleuchtungseinrichtungen. Hinweise zum Fahhradhelmkauf auf Plakaten und in Heftform ergänzen das Unterrichtsmaterial für die Verkehrsschulbesucher.

Wahrend der 2. Übungseinheit soll die Problematik der Verhinderung von Fahrraddiebstählen angesprochen werden. Verschiedene Fahrradschlösser, gute und weniger gute, stehen zur Ansicht bereit. Anschauungsmaterial wie Fahrradpässe, Aufkleber und Hinweiszettel zum richtigen Abschließen von Fahrrädern sind für die Hand der Lehrkräfte.

In der 3. Übungseinheit wird ein praktischer Unterrichtsteil am Fahrrad abgehandelt. Unter Anleitung der begleitenden Lehrkraft versuchen die Schüler und Schülerinnen leichte Fahrradreparaturen auszuführen. Birnchen einsetzen, Kabel festklemmen und Schrauben festdrehen sollen danach alle Kinder ausführen können. Reifen flicken soll am Beispiel gezeigt werden. Ein Fahrrad mit Fahrradmontierständer und Werkzeug ist in der Jugendverkehrsschule vorhanden. Mehrere Reparaturanleitungsbücher stehen den Begleitpersonen zur Verfügung. Eine intensive Vorbereitung, gerade dieses Projektes, ist aber von jeder Lehrkraft nötig.

In der 4. Übungseinheit wird zwischen der Beschulung im Schonraum der stationären Jugendverkehrsschule und im Realverkehr unterschieden. Die Realraumfahrer lassen ihre schülereigenen Fahrräder von den Polizeibeamten sowie Lehrer und Lehrerinnen auf ihre Verkehrssicherheit überprüfen. Mängel müssen bis zur Lernzielkontrollfahrt beseitigt sein.

Zwischen der vierten Übungseinheit und der Lernzielkontrollfahrt werden die theoretischen Fragen im Lernzielkontrollbogen ausgefüllt, von den Lehrkräften ausgewertet und vor Beginn der Lernzielkontrollfahrt im Realraum den Polizeibeamten übergeben. Im darauffolgenden Unterrichtstag erhalten die Klassen die Radfahrausweise in die Schule gebracht.

Von allen Grundschulen werden die besten Radfahrer unter den Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen ausgesucht und wenige Tage vor den Sommerferien zur Kreismeisterschaft in die Jugendverkehrsschule eingeladen.
Hier ist dann nochmals von jedem Kind ein etwas schwierigerer und umfangreicherer Fragebogen auszufüllen. Eine erneute strenge Fahrpraxis schließt sich an. Alle Teilnehmer erhalten eine Siegerurkunde bzw. Urkunde und Geschenke rund ums Fahrrad.

Eltern werden mit in die Ausbildung eingebunden.

Eltern stellen sich zur Ausbildung in der Jugendverkehrsschule bereit. Ohne sie ist ein Fahren im Realverkehr nicht möglich. Bereits an Elternabenden von ersten Schuljahren wird versucht, Eltern für die Verkehrserziehung zu sensibilisieren und zu gewinnen.
Der Fachberater für Verkehrserziehung hält einige dieser Elternabende ab, die sonst von den Schulbeauftragten für Verkehrserziehung oder Klassenlehrer oder -lehrerinnen durchgeführt werden.
Zum Beginn der Vorbereitungen zum Besuch der Jugendverkehrsschule werden die Eltern wiederum angesprochen und um Mithilfe gebeten. Hauptsächlich bei den Ausfahrten der JVS in den realen Verkehrsraum werden Elternhelfer dringend benötigt. Dies führte bisher im Odenwaldkreis noch zu keinen Problemen. Es fanden sich immer helfende Eltern.
Die Elternhelfer werden wenige Tage vor der ersten Realraumfahrt in einem Elternabend mit ihrer Elternhelfertätigkeit vertraut gemacht. Die Polizeibeamten leiten, in Verbindung mit dem Kreisfachberater, diese Elternabende. dabei werden Themen wie Linksabbiegen, Versicherungsfragen und Streckenauswahl behandelt.
Als Belohnung erhalten die Eltern für ihre Mithilfe ein entsprechendes Dankeschön in Form einer Urkunde.


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